
Kommunale Wärmeplanung in Wolfsburg
Nach der Novelle des niedersächsischen Klimaschutz Gesetz (NKlimaG) von 2023 sind nach §21 Kommunen verpflichtet eine kommunale Wärmeplanung durchzuführen. Dieses Konzept wird derzeit durch die Stadt Wolfsburg erarbeitet. Ziel ist es dabei bis zum Jahr 2040 eine treibhausgasneutrale Wärmeversorgung sämtlicher Gebäude zu erreichen.
Wir, HWG Wolfsburg, beteiligen uns aktiv an der Gestaltung mit und begleiten mit unseren Experten, Architekt Michael Szot und Umweltingenieur Björn Thiele, den Prozess mit.
Beim Workshop zur kommunalen Wärmeplanung in Wolfsburg stand die Entwicklung eines digitalen Zwillings im Zentrum. In diesem Modell werden Gebäudedaten, Heizsysteme, Netzinfrastrukturen und Energieverbräuche zusammengeführt und mit dem Simulationsmodell simergy bis 2045 und darüber hinaus fortgeschrieben. Auf diese Weise lassen sich für jedes Gebäude und jedes Netz verschiedene Szenarien durchspielen, die den künftigen Wärmebedarf und mögliche Versorgungspfade sichtbar machen.
Deutlich wurde dabei, dass die Sanierungsrate des Gebäudebestands der entscheidende Hebel ist. Der aktuelle Wert liegt bundesweit unter 1 % pro Jahr, notwendig wären jedoch mindestens 2–2,5 %, um die Klimaziele zu erreichen. Parallel dazu verschiebt sich das Gewicht der Heiztechnologien: Während heute noch Gas- und Ölkessel dominieren, treten ab 2026 durch die GEG-Novelle deutliche Einschränkungen für fossile Systeme in Kraft. Wärmepumpen, Biomasseheizungen und der Ausbau von Fern- und Nahwärmenetzen gewinnen dadurch stark an Bedeutung. Auffällig ist, dass das Modell neben Kosten auch Verhaltensmuster berücksichtigt: Eigentümer bevorzugen meist Heizungen, die den bisherigen ähneln – eine Tendenz, die den Wechsel verlangsamen kann.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Preisentwicklung. Simergy kalkuliert mit Brutto-Endkundenpreisen inklusive Steuern, Umlagen und CO₂-Kosten. Prognosen zeigen, dass fossile Energien durch die CO₂-Bepreisung kontinuierlich teurer werden (z. B. Erdgas bis etwa 15 ct/kWh), während Strom langfristig günstiger werden könnte. Biomethan und Pellets steigen aufgrund von Verknappung, Wasserstoff bleibt unsicher, dürfte aber perspektivisch billiger werden. Beim Netzausbau wurde deutlich, dass Fern- und Nahwärmenetze nur dort wirtschaftlich sind, wo eine ausreichende Wärmeliniendichte besteht; der Anschluss an das geplante H₂-Backbone ab 2032 wird den Wärmemarkt voraussichtlich nur indirekt beeinflussen.
Zum Abschluss wurden drei Szenarien diskutiert: ein „Laissez-faire“-Pfad mit minimaler Sanierung, ein „Mittelweg“ mit moderaten Sanierungen und punktuellem Netzausbau sowie ein ambitioniertes Szenario „Klimaneutral 2040“ mit hohen Sanierungsraten, konsequenter Einschränkung fossiler Systeme und massivem Ausbau der Wärmenetze. Insgesamt wurde klar, dass die Wärmewende nur durch das gleichzeitige Zusammenspiel von Gebäudesanierung, Infrastrukturentwicklung und regulatorischem Rahmen erfolgreich umgesetzt werden kann.
Zum Abschluss wurden drei Szenarien diskutiert: ein „Laissez-faire“-Pfad mit minimaler Sanierung, ein „Mittelweg“ mit moderaten Sanierungen und punktuellem Netzausbau sowie ein ambitioniertes Szenario „Klimaneutral 2040“ mit hohen Sanierungsraten, konsequenter Einschränkung fossiler Systeme und massivem Ausbau der Wärmenetze. Insgesamt wurde klar, dass die Wärmewende nur durch das gleichzeitige Zusammenspiel von Gebäudesanierung, Infrastrukturentwicklung und regulatorischem Rahmen erfolgreich umgesetzt werden kann.
Leider haben unsere Nachbarkreise, wie z. B. Gifhorn, dieses Thema noch nicht öffentlich begleitet.
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